Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 290)
- Language
- German
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255 man die Schlacht dann einstreichen und in die Tasche stecken?" „Die Einen schießen hinüber, die andern wieder zurück, belehrt den Fragenden ein weltmännisch gebildetes Mitglied der Gesellschaft, und wer am meisten Leute todt geschossen hat, ist dann Herr des Landes." — Dann sehe ich wirklich nicht ein, wozu man die Soldaten hin- und herkommandirt. Sollen sie jeder zu Hause schießen lassen, und dann zusammenzählen, wer mehr Menschen erlegt hat. Am possierlichsten waren die Herren, wenn sie in öffentlichen Vorträgen Bibelverse oder sonst hebräische Phrasen in deutscher Uebersetzung wiedergeben wollten. Der Eine sprach dem anwesenden Kreishauptmanne zu liebe deutsch und begann seine Rede, die mit de» Worten: „Mosche rabben alaw haschalom“ anheben sollte, also: „Der gottselige Moritz hat gesagt." Ein Anderer übersetzte die Stelle 8'chmna schawati (Ich hörte eine Nachricht), um die hebr. Allitteration auch im Deutschen wahrnehmbar zu machen: „Ich habe einen Höring gehört," worauf ihm ein Spötter zurief: „Und ich höre einen Stockfisch." Ein Dritter zog Mendelssohns Uebersetzung zu Rathe und las das hebr. „Zur" mit „Fels" übersetzt, da aber in hebr. Typen Pe und Phe leicht verwechselt werden, so meinte er, Mendelssohn übersetze „Zur" mit „Pelz", und rief mit Resignation aus: Tomid (stets) habe ich gehört, Zur ist ein Stüan (Stein). Nun sagt Mosche Dessau Zur ist ein Pelz — sei es ein Pelz — sie wollens ja nicht anders die Neumodischen. Ein Preßburger Assessor konnte es gar nicht