Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 284)
- Language
- German
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- 249 - ganzen Familie in die Wohnung Rabbi Sarach, um ganz richtig zu kondoliren. Es scheint daraus zu entnehmen, daß 1778 — das Todesjahr Eidlitz's — sich doch der Einfluß Kaiser Josef's schon anfing geltend zu machen, eine letzte Josefinische Aureol. Früher hätte der Neophit es nicht wagen dürfen seine Anhänglichkeit an seine jüdischen Verwandten so ungenirt an den Tag zu legen. Dreißig Jahr später freilich trieb eine alte Jüdin, die immer bei St. Jakob saß, den Neophiten, der in die Kirche ging, mit folgenden Worten zur Eile an : Herr Tuskimy gehen sie geschwind, man hält schon tereka jekum purL kan. Tempora mutantur sed nos non mutainur in iHis, So weit reicht der unmittelbar zu verwendende Theik der „Erinnerungen aus dem Prager Ghetto." Wir gehen nun daran, die Anekdotensammlung zu sichten, und sie nach gewissen Kategorien anzuordnen und darzustellen. Es soll uns freuen, würde man den Ernst in diesen Scherzen herausfinden und es der Mühe werkh halten Sammlungen echt jüdischer Originalwitzc auch anderwärts anzulegen. A. Beschränktheit und Einseitigkeit. Es ist nicht unsere Sache hier zu erklären, wie man an Dummheit, Albernheit- Stumpfsinn Stoff zum Lachen finden könne — aber, es ist einmal so. Die Produkte des Witzes und die Geistesschärfe wirken wie ein Kitzel und erregen das Lachen und ihre Kontraste nicht Minder. Das Ghetto hat sich diesen Stoff nicht entgehenlassem