Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 283)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2609281-3183021--6949-3183972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
248 Komödie und warf den kleinen Bezalel wegen seiner vermeintlichen Weigerung in verstelltem Zorn die Treppe hinab. Der Knabe lief händeringend in die Judenstadt. Eine Szene seines Lebens spielte in Prag im Baron Koz'schen Hause in der Rittergasse, wo Eidlitz sogleich Falk- Liderers pia fräus durchschaute, er nahm sich des kleinen Bezalel lebhaft an und unterhielt bis an seinen Tod den freundschaftlichsten Verkehr mit dem bei der Judenschaft und selbst bei seiner Familie so verhaßten Nevphiten. Mbbi Sarach mußte sich's gefallen lassen von der jüdischen High - Tori - Kkerisey wegen seiner Freundschaft für Falk durch viele Jahre die spitzesten Dinge zu hören. Aber seine philosophische Ruhe und mehr noch vielleicht Respekt vor der Behörde, die bei geringstem Anlaß sich sogleich eingemischt hätte, hielt die Fanatiker in Zaum. Falk' Liderer lebte still in Prag und hatte für einen ganz ungewöhnlich hohen Preis eine Grabstelle auf dem St. Valentins-Kirchhof gekauft, um in der Nähe der Judenstadt zu liegen. Der Appellationsrath R., ein Spezial-Freund Falk's, besorgte dieß Geschäft und das LeichenbegWgniß, an dem natürlich Niemand von der Familie Theil nahm. Der Appellationsrath B. erhielt dafür testamentarisch das Bräuhaus „zum goldenen Hecht" in Prag. Falk's Gattin blieb in Radnitz, wo sie das hohe Alter von 107 Jahren erreichte. Noch wird in Radnitz die Wohnung Falk's, als Haus von Rabbi Falk gezeigt. Noch sei eins erwähnt, Rabbi Sarach starb früher als Falk — und für die damalige Zeit ein merkwürdiger Heroismus. — Falk kam zur großen Verlegenheit der