Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 282)
- Language
- German
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247 Noch ein spezielles Grammen wurde gegen Eidlitz erhoben. Sein Gegenschwiegervater Falk Liderer aus Rüdnitz, ein sowohl durch Reichthum, als auch durch seine der finstern Zeit bedeutend voranschreitende wissenschaftliche Bildung (er sprach 5 europäische Sprachen) ausgezeichneter Mann, Landesprimator der böhmischen Judenschaft, hatte sich plötzlich in seinem Greisenalter taufen lassen. Er war hiezu durch einen Kriminal-Prozeß genöthiget, den die Geistlichkeit gegen ihn erhob. Er stand in einem Liebesverhältnis zu einer Gräfin und soll auch zugleich mit der Komtesse Tochter unerlaubten Umgang gepflogen haben. So ganz aus der Lust gegriffen war die Sache doch nicht und es ist wohl denkbar, daß der interessante, reiche und schöne Jude sowohl Mutter als Tochter gewonnen habe. Die Geistlichkeit schrie Zeter und Maria Theresia verstand keinen Spaß in Dingen, die Religion und Sittlichkeit berührten, kurz — der Prozeß nahm eine sehr böse Wendung. Auf die einflußreichste Verwendung erfolgte kein anderer Refrain als des Lessing'schen Compthurs berühmtes: „Thut nichts, der , Jude wird verbrannt." Es soll hievon (nämlich von Verbrennen), obwohl diese Strafe im damaligen Kriminal-Kodex schon nicht mehr vorkommt, doch, um ausnahmsweise ein Exempel zu statuiren, allen Ernstes die Rede gewesen sein. Die Taufe war das Einzige, was den Mann rettete. Falk's jüngerer Sohn Bezalel, noch Knabe, wurde aufgefordert ebenfalls sich zum Christenthume zu bekennen. Der Knabe stutzte und begann zu weinen. Falk spielt, um den Knaben dem Judenthum zu erhalten, eine Berserker-Wuth-