Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 228)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3183021--6894-3183917- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mähren (1628) findet sich auch eine sie betreffende Bestimmung: „Wenn jemand ein ihm geraubte oder gestohlenes Gut bei einem Juden fände, soll dieser das Gut, selbst wenn er es gekauft oder darauf Geld, geliehen hättedem Eigenthümer ohne allen Entgelt zurückstellen. Wenn sich der Jude dessen weigerte, kann dieser belangt werden und er ist dann verpflichtet, dem Kläger 'auch alle Schäden und Kosten zu ersetzen." Doch mußten sie bald die Wucht der Kriegsgeißel fühlen; der dreißigjährige Krieg brachte ihnen schreckliche Leiden, obzwar auch sie Militärpflicht leisteten. Im September 1643 wurden in Kremsier, Ung.- Brood, Tobitschau, Proßnitz und Holleschau die Juden theilweise ermordet, theilweise geplündert; über die Leiden der ersteren Stadt hat Joseph ben Lipman aus Proßnitz, den die Schweden aus seiner Wohnung gejagt, eine Klage und ein SeelengedächtNiß verfaßt. Damals war Simson Bachrach, der Vater des berühmten R. Jair Chajim Bachrach, geboren zu Pohrlitz im Jahre 1607 in verschiedenen Gemeinden in Mähren Rabbiner; 1627 in Ung.-Brood, 1629 in Göding, 1642 in Leipnick (nachdem er 1638 in Koüin gewesen). Auch er hat mehrere die Kriegsereignisse' zum Stoff habende Gedichte verfaßt, wie er überhaupt sich nicht bloß mit dem Studium des Talmuds beschäftigte. Er war, wie sein Sohn, ein nüchterner Denker und tadelt seine Zeitgenossen, die „fleißig studiren das Buch Sochar — das alles Sinnes und Geistes bar." Die mährischen Rabbiner standen damals selbst bei Autoritäten in Ansehen und R. David ben Samuel Halevi (geb. 1586, gest.