Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 219)
- Language
- German
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nicht vorhanden sind und selbst bis in die späteste Zeit hinab nur vielfach zerstreute Notizen ihrer kurz erwähnen; doch kann, da sie, wie sich im Folgenden zeigen wird, schon früh eine eigene feste Gemeindeordnung und geschriebene Gesetze ihrer besonderen Verfassung hatten, ihnen auch eine eigene Geschichte nicht abgesprochen werden. Die erste Erwähnung von Juden in Mähren, die auch die Veranlassung zu ihrer Ansiedlung daselbst enthält , geschieht im Jahre 906. Damals kamen schon deutsche Juden in mährische Städte zu Markte. Ja, sie sollen nach einer weniger verbürgten Annahme schon hundert Jahre früher unter Karl dem Großen die Marktzeiten in Mähren bezogen haben. Die Synagoge von Pohrlitz galt als die älteste in Mähren und ein des hebräischen Unkundiger wollte aus der Inschrift derselben sogar herauslesen, daß sie schon im Jahre 454 erbaut wurde!! Doch haben allenfalls im 10. Jahrhunderte schon Juden den Boden Mährens betreten. Der Erbauer der altmährischen Burg Podivin bei Kostet (1067) soll ein getaufter Jude, Namens Podiva gewesen sein. Die Verfolgungen der Kreuzzüge scheinen die mährischen Juden nicht berührt zu haben, da sonst wenigstens die jüdischen Chronisten .und Dichter davon etwas erwähnt hätten; vielmehr gewährte fast in derselben Zeit, in der Philipp August von Frankreich die Juden aus seinem Lande verjagte, Herzog Sobislaw II. den Juden in seinem Herrschergebiete, das auch Mähren einschloß, gleichen Schutz wie den handeltreibenden Deutschen und Italienern (1174). Im Jahre 1268 wären die Juden bereits in einer so