Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 170)
- Language
- German
- Belongs to
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' - 135 — Weiber wünschen gehn? was „zeckt" (sitzt) sie da , wie wenn sie angenagelt war! Nun — sagte der Sohn — Einmal ist kein mal; es wird nicht wieder Vorkommen. Ich werd' ihr schon einsagen, was sie zu thun hat, und mir folgt sie Älles. Alles? — lachte die Mutter höhnisch. Wirst du sehen, Mutter-Leben! — begütigte der Sohn — das nächste mal wenn ein Weib eine neue Haub' und ein neues Kleid anhaben wird, dann wird sie auchwünschen gehn so gut wie alle anderen Weiber. Packetel! sagte die Mutter — sie wird wünschen gehn! Reich wie ein König wird sie mich damit machen! Um eine Welt ist mir leichter, daß du mir's nur versprichst. Laß sie nicht wünschen gehn, oder ja wünschen gehn. Wie sie will, soll sie thun! Wem liegt, sie denn auf? meint sie denn, es macht sich Eine etwas aus ihr, ob sie wünschen kommt oder nicht? Was thut sie denn in Schul? zu was geht sie gar hinein? sitzt drinnen und sieht sich die vier Wand' an; ein ander Weibel, wenn sie schon in Schul geht, nimmt sie sich eine „Tchittah" (Gebetbuch) und „leint" (lieft). Aber sie, was „leint" sie? lauter deutsche Bücher von dem Friedrich Schiller, was sie drinnen hängen hat. Nicht erleben hätt' ich sollen, dich mit ihr unter die „Chuppe" (Trauhimmel) zu führen. Das Mittagsessen war dem armen Manne sehr verbittert. Als er das nächste Mal von Brüttn zurückkam, brachte er seiner Frau ein Büchlein mit, das er für sie eingekauft;' es war eine „Tchinah," jenes Gebetbuch für