Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 152)
- Language
- German
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117 Mähr. Er ist ein seiner Mensch und ist alleweil ein gut Kind gegen mich gewesen. Wenn ich gesagt hätt': Nein! — so hält' sie Joffes nicht genommen und wenn er sie noch hundertmal mehr gern gehabt hätt' und das Herz hätt' er sich von dessenwegen auch nicht abgegessen. Paketel! er hätt' noch so ein Madel bekommen, wie sie ist; er hätt' noch so eine Partie ausgenommen, wie Röchele Freiburger, die sich als Fräulein Rosa hat heißen lassen. Ich mein', zum mindestens bild' ich mir's ein, Jossef Kreßels hält' nicht nöthig gehabt lang zu suchen; die Hand wenn er nur ausgeftreckt hätt', wären gleich Fünse für Eine zu haben gewesen. Man kennt mich in der Welt mit Gott's Hilf, man weiß in der Welt wer ich bin. Zwei Kinder Hab' ich, sie sollen mir leben; mein Blümele hat ihre „Nedann" (Mitgift) schon beisammen liegen bis auf Ein' Kreuzer, wie sie heut erst zwölf Jahr alt ist; nun ja, das Madel wachst auf und wird alle Tag älter; es wird einmal Einer, wem das Glück wird bescheert sein, keine schlechte Partie an ihr machen; denn was ich in Vermögen Hab' das werden sie beide einmal über hundert Jahr mit einander theilen. Aber, wie der Mensch schon ist, durch unsere großen Sünden, Hab' ich mit Gewalt aus die Partie gedrungen, wie wenn für mein Josfef in ganz „Marreland" sonst kein Madel mehr wär zu finden gewesen. Nun ja, wer kann so etwas voraus wissen— sie könnt' ja da bei mir das beste Leben führen, keine Herrschaft braucht' es besser zu haben, ich möchte sie ja auf meinen Händen herumtragen, wenn sie nur — — Hab' ich das voransfehen können? wer kann in die Zukunft