Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 144)
- Language
- German
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— 109 Scheitel anzuthun, und könnt fort ihr eigen Haar tragen. Nehmt ihr das eigene Haar nicht auch über Euch? Wie kommt Eins zum Andern?—fragte Reb Joichene fall auf den Rücken, schlag dir ein Aug' heraus! Das Bild ist etwas Anderes und das eigene Haar ist etwas Anderes. Ich Hab Euch schon erklärt, wie ich mich in der Sach verhalt. Wird meine Tochter ein fremd Scheitel gutwillig tragen, ich Hab nichts dagegen; will sie aber nicht, meinetwegen, ist mir auch recht. Das ist etwas, was sie mit sich selber ausmachen muß, ich misch mich in die Weibersachen nicht hinein. Weibersachen! sagt' Ihr — entgegnete Kreßel — nun, das ist recht, das heißt wenigstens geredt wie ein Mensch; so werden wir Weiber das unter uns ganz allein ausmachen. Drüben bei Euch Hab ich nachgegeben. Warum? weil ich die Hochzeit nicht Hab verwüsten wollen. Jetzt aber muß das anders werden. Das schwör ich da bei mein' Gesund, sie muß sich vor Sabbath noch die Haare abschneiden lassen, oder ich laff' sie am Sabbath gar nicht in Schul gehn. Ich lass' sie nicht hinein gehn, wie ein ledig Madel, das man mir und ihr in der ganzen „Gass" die Jahre verschelten und Klecken ins Gesicht hineinspeien soll. Und werth war' ich's das, wenn ich's leiden möcht! — Hört zu, was ich sagen werd' begann jetzt Reb Joichene Freiburger etwas gehobener. Ich Hab gesagt, ich misch mich in die Weibersachen nicht hinein, und das ist auch richtig; aber ich kann auch nicht dulden, daß ihr gegen meine Tochter irgend einen Zwang ausübet. Das geht nicht, Ge-