Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 135)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3183021--6801-3183824- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 100 spielen, und nachher wird das Fräulen Rosel-Leben müssen tanzen nach Kreßels Geigen. Drüben ,bei ihr geht eine andere „Sidrah" (gilt eine andere Praxis). Gott soll geben — begann eine Vierte — das soll nur gut ausgehn. Kinder-Lehen, ich kann mir nicht helfen, ich will mein Maul nicht zum Bösen aufmachen, aber werdet Ihr sehen, ich werd' Euch ermahnen dran, und dann werdet Ihr sagen können, daß ich es vorausgesagt Hab. Geh', laß mich gehn — sagte die fünfte — so fürwahr wie ich da sitz und so fürwahr wie heut der „Chassenehtag" (Hochzeitstag) ist, wie sich Rosel an Alles gewöhnen wird, wie es drüben Brauch ist. An ein Scheitel nicht! — sagte wieder die erste. — Man tragt keine fremden Haar, wenn die eigenen Haar so schön sind und wenn man noch dazu Roserl Freiburger heißt. Geh, laß mich gehn — entgegnete wieder die Fünfte 7— man gewöhnt sich auf der Welt an Alles. Ich habe mich auch an viele Sachen gewöhnen müssen nach der Hochzeit bei mein Schwieger, im Paradies soll sie ruhen. Ein Vergleich — lächelte die Erste mit Ueberlegenheit — die und Roserl Freiburger. Ein Muster, zweierlei Modell. Geh, laß mich gehn — wiederholte die Fünfte mit großer Hartnäckigkeit. — Warum du weißts vielleicht nicht, daß ich von meinen Aeltern und Vorältern her bin gewohnt gewesen Freitag Abend zuerst die Supp' und dann erst die Fisch zu essen, und daß ich nach der Hoch-