Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 134)
- Language
- German
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99 Gut Glück! Gut Glück! — scholl es zwar von allen Seiten, doch nicht mit jenem Jubel, mit jener inneren Heiterkeit, wie dieser Wunsch sonst ausgerufen zu werden pflegt; ein Druck lastete auf der Hochzeitsstube und die Hochzeitsleute fühlten sich inmitten der größten Freude beengt wie durch eine unsichtbare Zaubergewalt die keinen rechten Frohsinn aufkommen lassen wollte. Dieser Druck wich auch nicht in den folgenden Stunden als der Tag vorrückte, und man bereits die Vorbereitungen zur „Chuppah" traf. Es war eben keine lustige Hochzeit. Die Leute namentlich die alten Weiber steckten fleißig die Köpfe zusammen und tutschelten. Nu ja, — sagte die Eine — Roserl Freiburger soll das zukommen, dass man mit ihr am Ehuppahtag soll wollen die Parthie zurückgehen lassen. Mein Vaters Sohn soll man Lump heißen. Und was meinst du — sagte die zweite — Kreßeln soll das zukommen, daß die Braut von ihrem Sohn soll wollen das eigene Haar tragen! Ein Spaß, Kreßel ist nicht wenig fromm; wenn sie in Schul steht und ihre „Tchineh" (Gebeth) „leinen" (lesen) thut. Meint sie, sie „chappt" (packt) Gott beim Fuß an. Und meint Ihr denn — sagte die Dritte — Kreßel wird sie ruhig mir nichts, dir nichts das eigene Haar tragen lassen. Da müßte man Kreßeln schlecht kennen, wenn man das nehmen wollte. Sie denkt sich bei sich, hier steht sie allein, und wo viele Hünd' sind, ist der Haas' todt, laßt sie nur einmal wieder heim kommen, wird sie der neumodischen „Schnur" schon ein ander Stückel auf- 7*