Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 99)
- Language
- German
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Akten wenig darüber vor. Es liegen uns blos zwei Gesuche in dieser Beziehung aus Prag vor. In dem einen vom 12. März 1790 baten einige Juden aus Prag um die fernere Befreiung von der Rekrutenstellung, in dem anderen vom 21. Mai 1790 legten: Seligman Kalmus, Samuel Landau und Marcus Karpeles einige ässiäsriu dem Kaiser vor. Im Punkte 2 wurde gebeten um Befreiung von der Militärdienstleistung, da dadurch der jüdischen Religionsübung Abbruch geschehen würde. Diese Gesuche wurden weiter nicht berücksichtigt und aä aota gelegt, hingegen erklärte sich die Triester Gemeinde sofort für das Prinzip. Es dauerte nicht lange, und die Juden wurden auch bei der Feuerwehr verwendet. Eine neue Aera begann für die jüdischen Soldaten unter dem sel. Erzherzog Carl. Unter diesem wurde die Verfügung getroffen, daß die Rubrik „Religion" aus den Militärpässen wegzubleiben habe. Seit jener Zeit hörten die konfessionellen Unterschiede beim Militär auf und aus dem sogenannten „Grundbuche" beim ehemaligen Hofkriegsrathe oder beim jetzigen Kriegsminifterium kann man nur aus dem Namen der betreffenden Soldaten erfahren, ob sie Juden seien oder nicht. Es wurde dadurch auch dem jüdischen Soldaten möglich zu avanciren und Chargen zu bekleiden, und erinnern wir daran, daß der verstorbene Major Simon Brisker schon vor dem Jahre 1848 diese Charge bekleidete. (Vergl. den Artikel: „Juden in der österreichischen Armee." Wertheimer's Jahrbuch 5617.) Gewissermaßen einen Stoß erhielt die Gleichberechtigung beim Militär durch eine Verordnung vom 24. Sept.