Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 49 (sequence 84)
- Language
- German
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49 Weise die Arbeiterfrage zu lösen. Graf Brigido ging von einem ähnlichen Standpunkte aus. Nachdem Kaiser Josef den Gericht erhalten hätte, übergab er denselben der Hofkanzlei zur Begutachtung. Bezüglich der Militärpflichtigkeit der Juden sollte der Hofkriegsrath sein Votum abgeben. Dieser sprach'sich jedoch entschieden dagegen aus. Wir lassen nun die Bemerkungen der Hofkanzlei vom 23. December 1787 folgen und geben sie etwas ausführlicher, weil in mancher Beziehung der Standpunkt der österreichischen Regierung in dieser Frage noch heute derselbe ist. (Vergl. unser: Zur Lage der Juden in Galizien. Frankl's Monatschrift Juni 1867.) «Die galizischen Juden sind der Aufnahme des Landes höchst nachtheilig, ihre Vermehrung übertrifft weit das gewöhnliche Verhältniß des Bevölkerungszuwachses bei dem blühendsten Volke. Zwei Thatsachen, die alles Beweises entbehren können; doch glaubt man zur Bekräftigung der ersten anmerken zu können, daß der christliche Bürgerstqnd Galiziens, eines Landes, das über 3 Millionen Menschen zählt, nur in 19.808 besteht. Zur Bestätigung der zweiten dienen die Conscriptions- und Evidenzhaltungstabellen, deren Resultat einen jüdischen Bevölkerungszuwachs von 163.796—225.067 innerhalb 12 Jahren, mithin eine Vermehrung von einem Drittel darstellen. So unbezweifelt diese Thatsachen sind, so richtig dürfte auch die Schlußfolge sein, daß wenn die Wolfahrt des Ganzen dem unbeträchtlichen Theil desselben nicht aufgeopfert werden soll, die Vermehrung des jüdischen Vol- 4