Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 83)
- Language
- German
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48 — in die Bukowina zum Ackerbau übersiedelten jüdische« Familien geschehen ist, damit sie mit diesen 50 fl. die Ackergeräthschaften sich anschaffen und dadurch zur Bearbeitung des Erdreichs desto mehr angelockt werden würden." Es weht im Ganzen kein judenfeindlicher Geist aus diesem Dokumente; aber von dem damals in vielen Kreisen noch für probat gehaltenen Mittel, nur diejenigen Juden zu dulden, die Acker-, Handels- oder Gewerbsleute sind, die andern aber unnachsichtlich auszuschaffen, glaubte auch der Graf Brigido Gebrauch machen zu sollen. Diese Maßregel zeigt ebenso von Hartherzigkeit oder Herzlosigkeit, wie von gänzlichem Mangel an Kenntniß der Anfangsgründe der Nationalökonomie. Wir werden auch kein Wort darüber verlieren, da selbst die Hofkanzlei in dem Gutachten, das wir später mittheilen werden, gegen diesen Punkt Opposition macht, indem sie auf die Rabbiner und Lehrer hinweist, die doch zu keiner der obengenannten Kathegorien gehören und die man denn doch nicht ausweisen kann. Wir weisen nur darauf hin, weil in dem Geiste Jahrhunderte lang gegen die Juden in Oesterreich verfahren und noch unter der Kaiserin Maria Theresia d er Grundsatz als geltend betrachtet wurde. (Vergl. unser: Die Vertreibung der Juden aus Böhmen.) Noch auf Ein Moment wollen wir aufmerksam machen. Graf Brigido empfiehlt Filialen der Linzer Wollenzeugfabrik in Galizien anzulegen, um den Juden daselbst Beschäftigung zu geben. Bekanntlich hat Louis Blanc in Paris Nationalwerkstätten errichtet, um in solcher