Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 65)
- Language
- German
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30 dem du nach geLhaner Arbeit den gebührenden und mit Recht erwarteten und so heiß ersehnten Lohn verweigerst oder vorenthältst? Und wenn er dich zum menschlich fühlenden Richter verklagen ginge; würde dich dieser nicht verdammen und verurtheilen? Derselbe Richter, den du erst gestern, als du im Rechte warst und es bei ihm fandest, himmelhoch erhoben, gepriesen und einen Engel von Richter genannt hast. Du würdest aber dann nur doppelte Sünde auf dich laden, wenn du deinen Vorgesetzten lästerst und schimpfst. Denn das ist ein böses Geschlecht, das seine Richter richtet, und dadurch Noth und Drangsal herbeiführt. 2. Derselbe Text. So sagt der Psalmist: „Gut geht es dem Manne, der mildthätig ist und leihet; er richtet ein sein Thun nach Recht." (Ps. 112, 5.) *) Siehe alle *) Die hier folgende sehr sinnige Reflexion stützt sich darauf, daß das Wort: mischpat in dem allegirten Psalmverse nicht nur Natur recht sondern auch Naturgesetz, im weitesten Sinne des Wortes bedeute. Die Pflicht der gegenseitigen Unterstützung wird als allgemeines Naturgesetz in dem großen Haushalte Gottes, im ganzen Weltall, nachgewiesen, daher sich auch der Mensch derselben nicht entziehen dürfe. Diese tiefere Auffassung, die Recht und Naturgesetz in einem höhern und allgemeinern Begriffe zusammenfaßt, ist gewiß sehr beachtungswerth und läßt sich auch durch andere Bibelstellen zweifellos beweisen. Jes. 28, 26, wo das naturgemäße Verfahren des Oekonomen geschildert wird, kann das Wort mischpat nur in diesem Sinne aufgefaßt werden und befriedigen. Spr. 13,23. wird von allen Erklären: mißverstanden, weil sie das Wort