Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 46)
- Language
- German
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11 Deßgleichen fehlte auch Jsak mit seiner blinden Liebe gegen Esau, die ihn dessen Fehler: den raub- und mordlustigen Sinn, das ausschweifende Begehren, und die Mißachtung der Grundsätze der väterlichen Lehre übersehen und ungestraft hingehen ließ, ohne es ihm zu verweisen und mit Ernst und Strenge zu rügen. Esau verläugnete am Ende alles kindliche Gefühl und — wünschte herbei den Tod des greisen Vaters, um seine gefaßten Mordpläne gegen Jakob ausführen zu können, den er dadurch aus dem väterlichen Hause verdrängte und zum schütz- und obdachlosen Flüchtling machte. So ward Esau ein würdiger Genosse des Jsmael, dem er sich in Sitten und Gesinnung anschloß, wie die Schrift sagt: „Und Esau ging hin zu Jsmael." (1. B. M. 28, 9.) Den gleichen schweren Fehler beging König David in der Erziehung seines Sohnes Abschalom, dem er viele Schandthaten nachgesehen hatte, ohne ihn nach Gebühr zu züchtigen und zu strafen. Und was war das Ende? Der mißrathene Sohn lehnte sich gegen den eigenen Vater auf, und stieß ihn vom Throne, und schändete das väterliche Haus, und bewirkte, daß der ruhmgekrönte König unstätt und flüchtig, weinend und die Hände ringend umherirrte, und daß viele tausende Männer Israels den Tod fanden. Ja wer vermag all die schädlichen Folgen der Entzweiung, der Risse und Spaltungen aufzuzählen, die durch diesen Kampf entstanden? Und so mußte denn David iu seineitt Gott geweihten Dankliede für die Besiegung des eigenen Sohnes (Ps. 3.) den eigenen Sohn als seinen größten Widersacher und grausamsten Bedränger vor Gott ankla-