Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1868-01-01 · Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 12 (sequence 47)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2609281-3183021--6713-3183736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

12 gen , und es eingestehen, daß ihm dieser Kampf mehr Weh und Jammer gebracht, als der aller Heidenvölker, die sich gegen ihn verschworen hatten. Aber leider ward derselbe David durch diese bittere Erfahrung nicht klüger, und ließ sich denselben Fehler in der Erziehung seines Sohnes Adonijah, abermals zu Schulden kommen: Denn die Schrift sagt: „Und Adonijah, Sohn der Chaggit, erhob sich und sprach: Ich werde König sein! Und er schaffte sich an Wagen und Reiter, und fünfzig Mann, die vor ihm herliefen. Und sein Vater kränkte ihn im Leben nicht, daß er zu ihm gesprochen hätte, warum thust du solches? Und auch er war sehr schön von Gestalt, und ihn hatte sie geboren nach Abschalom." (2. B. R. 1, 5-6.) Da habt ihr es ausdrücklich erwähnt, daß der unkindliche und rebellische Sinn des Adonijah aus der allzugroßen Milde und Nachsicht des schwachen Vaters entstanden sei! Was will aber die Schrift damit sagen: „Und ihn hatte sie geboren nach Abschalom," hatte ja doch Abschalom eine andere Mutter und Adonijah eine andere? Damit will uns aber die Schrift andeuten, baß Abschaloms Entartung und Auflehnung gegen den Vater einerlei Quelle und einerlei Ursache habe, mit der Adonijah's , die hier ausdrücklich genannt ist: Die verblendete Liebe, die Fehler nicht flehet, die Schwäche, die sie übersieht, die sie im Keime und Entstehen nicht ausrottet, sondern stark und mächtig werden läßt, daß sie dann Eltern und Kinder entzweien, und zu gegenseitigen Todfeinden machen! Darum sagt der weise König: „Wer die Ruthe schont, wird ein Feind seines Sohnes."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.