Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 45)
- Language
- German
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10 Folge der schlechten Erziehung aus der Art schlägt und in Sittenlosigkeit verfällt, sogar hassen und dessen Feind sein werde. So mußte Abraham seinen Sohn Ismael, der eine lange Zeit sein einziger Lieblingssohn gewesen war, aus seinem Hause verstoßen und fortjagen, weil er rohe Sitten angenommen hatte. Denn es steht geschrieben: „Als Sarah sah, den Sohn der mizraischen Hagar ein frivoles und leichtfertiges Spiel treiben, — ein Ausdruck, womit die heilige Schrift Israels Versündigung am goldenen Kalbe bezeichnet (2. B. M. 32, 6) — da sprach sie zu Abraham, treibe fort diese Magd sammt ihrem Sohne!" (1. B. M. 21, 9.) Denn wie leicht könnte auch mein Sohn Jsak diese Wege betreten und dieses schädliche Beispiel nachahmen. Wohl schmerzte dies das väterliche Herz Abrahams und mußte er darüber ein tiefes Weh empfinden; aber Gott sprach zu ihm, folge der Stimme deines Weibes, denn auch in Sarah spricht, ja diesmal noch stärker und lebendiger als in Dir, mein Wort und ihr Wille ist auch der meinige. So sah Abraham seinen Sohn Ismael auch von Gott verworfen und verurtheilt, und auch er wurde sein Feind, und schickte ihn sammt der Mutter aus seinem reichen, gastfreundlichen Hause mit leeren Händen weg, und gab ihm weder Gold noch Silber, weder Kameel noch Esel, weder Speise noch Wegzehrung, und überließ ihn seinem Geschicke. Und was war Jsmaels Ende? Er ward ein Wegelagerer und ein unbändiger Mann , der sich gegen die ganze gesellschaftliche Ordnung auflehnte.