Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 271)
- Language
- German
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167 sollt sogleich zum Bescht kommen, er habe nicht Zeit zu warten." Der Bischof aber erwiderte mir ganz freundlich: „Ich weiß es, daß Bescht hier ist, will nur die Predigt halten, und komme dann hinauf." — Als ich Bescht die Antwort brachte, da waren alle Anwesenden, die es vom Fenster aus angesehen hatten, wie ich den Bischof angeredet, nicht wenig verwundert, sie verhimmelten nun den Bescht, wie sie ihn früher verwünscht halten. Er aber achtete ihres Lobes so wenig als früher ihres Tadels, und sagte: „Jainkiw, gehe noch einmal hinab, und sage ihm, er müsse sogleich zu mir kommen." Ich ging hinab, der Bischof bestieg eben die Tribüne, ich zupfte ihn am Kleide und entledigte mich meines Auftrages. Da wendete sich der Bischof an das Volk und sagte: Ich habe ein wichtiges Geschäft zu vollziehen, wartet hier auf mich. — Und nun führte ich ihn zum Bescht, der mit ihm eine geheime Unterredung hatte, die zwei Stunden dauerte. Darauf verlief sich das Volk, die Judenmetzelei unterblieb. Der Bischof, ein ehemaliger Jude, verschenkte sein großes Vermögen an die Stadtarmen, und ging in ein fernes Land, wo er wieder in den Schooß der Synagoge einkehrte. Bescht und sein Gefolge aber setzten sich wieder in den Wagen; wieder flogen Städte, Reiche, Flüsse, Berge, Meere an uns vorüber und eine Stunde später waren wir in Brody und gingen die Sabbatengel zu empfangen. So erzählte Jainkiw im Chaissidimkreise, da erhob sich ein Greis, der bis dahin in einem Winkel still vor sich gesessen war, und sprach: Ich danke Dir, Jainkrw, für diese Geschichte, denn nun bin ich erst erlöset. Der Bischof, von dem Du erzählet hast, bin ich. Ich aber bin ursprünglich Jude gewesen und wurde zu einem Bischöfe verzaubert, der wider seinen eigenen Willen die Christen gegen die Juden aufhetzen sollte. Mein Sinn sträubte sich