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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 156

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 156 (sequence 260)
Language
German
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166 der Vergeistigung des Leibes? Wie dringe ich in die Idee meiner selbst ein? Wie vermähle ich mich mit dem Himmel? Der Beschtmensch sagt: Durch Vereinsamung, durch Freudigkeit, durch Kraftsteigerung, Einsamkeit ist das wirksamste Mittel zu sich zu kommen, und durch die Einkehr und sein Ich die Gottheit in sich zu finden. Freudigkeit, Frohsinn ist der natürliche Ausdruck jener Anschauung, welche jedes Ereigniß und jede Erscheinung nur als göttliche Manifestation erkennt. Der sich vergeistigende Mensch kennt gar keinen Schmerz, höchstens einen Kampf mit einem bösen Geiste, der ihn der Gottheit entzerren will. Tod ist ihm Verwandlung der Szene, andere Daseinsform. Trübsal aber hieße sich als unanständigen Bräutigam, feiner Braut, der Seligkeit, gegenüber erhalten. Endlich muß alles mit Innigkeit und Verinnerlichung ergriffen werden, jede Bewegung der Hand, jedes Zwinkern deS Auges muß als Akt der Weltverbesserung betrachtet werden und als ein Hieb, gegen die Schaaren der Unterwelt geführt. Es gibt keine gleichgiltige Handlung, sagt der Beschtmensch wie der Jurist, aber was dieser aus dem Paragraf herausgefunden, das findet der Vescht in seinem Herzen, in seiner Phantasie, im Reich der Träume, und auf diese Anschauungen hat ihn eben nur der Geist der Gesetzlichkeit, der kleinlich alles abmißt, geführt. Das Resultat ist dasselbe, aber während es beim Juristen dürr, trocken, zum leblosen Mechanismus geworden ist, belebt es sich unter dem Einflüsse des Bescht, nimmt Farbe und Feuer an, wirkt beruhigend und doch wieder anregend, befriedigt das Gemüth und erquickt das Herz. Unter der Herrschaft der Juristerei fühlt man sich ein unfreier Knecht des Gesetzes, unter dem Zepter des Bescht fühlt man sich als freies Mitglied der ganzen Welt, getragen von unsichtbaren Geistern.

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