Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 236)
- Language
- German
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132 Seiner Frau entdeckte Bescht das Geheimnis; seiner himmlischen Sendung und trug ihr strengste Verschwiegenheit über diese Angelegenheit auf. Rabbi Gerson machte noch einmal den Versuch seinen ungelehrten Schwager zum Studium anzuhalten, allein alle Bemühungen waren an Brutus Bescht umsonst verschwendet, so daß zuletzt der Brodyer Oberrabbiner seiner Schwester rundweg erklärte, ihr Gatte gereiche einem Gerson Kuteber nur zur Schande und lieber wolle er dem Rabbinate in Bvody entsagen, als die Schmach dulden, einen so ganz ungebildeten Menschen für seinen Schwager anzuerkennen. Er drang darauf, daß die Schwester auf Scheidung klage, doch sie weigerte sich dessen entschieden, und zog es vor mit ihrem Manne von Brody weg, hinaus in Elend und Fremde zu wandern. Bescht hatte aber durch die Simulirung von Rohheit und Unwissenheit nichts anderes als die tiefste Einsamkeit und Versenkung in sich selbst erzielen wollen, um ferne von Menschlicher Zudringlichkeit und spitzfindigen Klügeleien, seine innere Welt auszubauen, zu der die ganze Umgebung nur wie Abglanz und Sinnbild, wre Hülle zum Kerne sich verhielt. Der Schwager Rabbiner hatte ihm ein Fahrwerk gekauft, und so Ließ er denn Wagen und Rößlein für seines Weibes Ernährung sorgen, während er selber Ideen verspeiste und G'dankenfluthen trank. Wie er als Kind einst nach dem Walde sich sehnte, so drängte es ihn jetzt in die Gebirgswelt hin, wo himmelanstrebende Felsen, geborstene Klippen und das Grauen eines mächtigen Gesteines menschliche Ansiedelung unmöglich machten und jeden neugierigen Besucher, verscheuchten. Dahin kam allwöchentlich einmal die treue Gattin mit dem Fahr'-