Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 237)
- Language
- German
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133 werk zu ihm, um sich Lehm für Ziegelbrennereien ausgraben zu lassen. Bescht ergriff die Schaufel, belud den Wagen mit dem nöthigen Erdreiche, von dessen Erlöse die Frau sich kümmerlich ernährte, während der übermenschliche Gatte zwischen Klüften einsam wandelte, ohne zu merken, daß er durch immerwährende Vergeistigung und Verinnerlichung schon weit über die Natur und ihre Gesetze hinausgewachsen war. Allein er sollte bald die Veränderung inne werden, die sich mit ihm zugetragen hat, und eine Räuberbande, die sich in den Höhlen des Gesteines verborgen hielt, mußte, die Erste sein, die Bescht's höhere Mission erkannte. Bescht ging nämlich immer denkend und betend dahin, des Weges nicht achtend, den fein leiblicher Fuß durchmaß. So wandelte er über Berg und Bergeskamm, schritt durch Giesbach und Gerölle, und kam an den Rand eines Abgrundes zwischen zwei hohen Felsen. Die Räuber, die von ihrem Verstecke aus, den sonderbaren Mann beobachteten, erwarteten nichts anderes, als daß der Tiefsinnige, der an keine Rückkehr dachte, in die Schlucht hinabstürzen werde, deren Boden nur sein zerschmetterter Leichnam erreichen könne. Aber siehe da, kaum hatte Bescht einen Schritt vorwärts gemacht, als die gegenüberstehende Felswand in aller Dienstfertigkeit herbeieilte, sich fest an den dießseitigen Berg schließend und so den Abgrund verschwinden machte. Bescht merkte nichts davon, beschritt den 2. Felsen, der ihn rasch von dannen trug, und wieder gähnte die Kluft zwischen beiden Höhen schwarz und drohend wie zuvor. Bescht aber meinte gewiß, daß er noch auf derselben Ebene wandele und'hatte keine Ahnung von dem Wunder unter seicken Füßen.