Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 224)
- Language
- German
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120 dacht war, daß König und Minister jeder seinen Mund darob aufgerissen und jener augenblicklich herauswitterte, nur Kabbala oder Hexerei können Sr. Exzellenz zu so genialem Entwürfe verholfen haben, da menschlichem Gehirne solches strategisches Meisterstück nicht zu entspringen vermag. Natürlich mußte der Minister mit der Wahrheit Herausrücken und unser Elieser war bald darauf ein gemachter Mann. Indessen soll es nach andern Berichten ganz anders mit Elieser's Erhebung in den Adelstand zugegangen sein. Der König, von dem hier die Rede ist, wollte eine Festung erobern, und beabsichtigte dieselbe von der Seeseite anzugreifen. Auf der hiezu ausgerüsteten Flotte diente der Beschtvater als Matrose. Im Traume erschien ihm der Erzengel und erklärte ihm, daß die eisernen Pflöcke, welche die Festung auf dieser Seite umstehen, die Zauberkraft haben, jedes Schiff zu ergreifen und in den Abgrund zu schleudern, daher die Stadt nur von der Landseite aus einzunehmen wäre. Der Matrose entdeckte dem Könige das Geheimniß, der, um sich von der Wahrheit zu überzeugen, erst mit einer Barke, die mit Verbrechern bemannt wurde, den Versuch machen ließ. Natürlich ging die Barke mit Mann und Maus zu Grunde, als sie den verzauberten Eisenpfeilern nahe kam. Sei dem wie immer, so ist doch gewiß, daß Elieser kurz darauf Generalissimus jenes Königs wurde, viele Feldzüge glücklich zu Ende führte und der glücklichste Mensch hätte sein können, wenn die Sehnsucht nach Ghetto und Judenthum ihm nicht das Mark aus den Knochen gesogen und den Schlummer von den Augen verjagt hätte. Wieder dachte er an einen Fluchtversuch und abermals ward er von Seilen des Himmels im Wege der Offenbarungsordonnanz davon abgehalten. Noch war die Stunde seiner Mission nicht gekommen. Der alte Staatsminister, vormals Elieser's Herr,