Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 222)
- Language
- German
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118 weder Kalender noch Naturgesetze kennt? Bei ihm gibt es nicht Entfaltung und. stätige Entwickelung, nicht Ursache und Wirkung, nicht Anfang und Fortsetzung. Er welkt iw Lenze und blühet im Winter, hat am Abende Mittag und am Morgen Sternenglanz. Geburt, Wachsthum, Blüte, Reife sind bildliche Ausdrücke, die in menschlicher Sprache unnennbare Zustände bezeichnen, deren Wesen wir aber gar nicht fassen können. „Wie kommt es, fragte jemand einen Chassid, daß Euer Heiliger nicht schreiben noch lesen kann?" — Ganz richtig gab der Treugläubige zur Antwort: „Du lieber Himmel, wann hätte er dergleichen Dinge lernen sollen?. War er doch nie Kind und Knabe und kam ja erst lange nach der Zeit, da Kinder in die Schule zu gehen Pflegen, auf die Welt". Der gute Mann hat es richtig bezeichnet. Der Bescht scheint geboren worden zu sein, was man so nach den Begriffen einer stupiden Phisiologie geboren werden nennt. Aber wer weiß es, was das für eine geheimnißvolle Verwandlung war, die dem phisischen Auge als Geburt eines Kindes erschien. Es gefiel dem Bescht eines Tages in Gestalt eines jüdischen Menschen auf Erden zu wandeln, und sich "ganz den Anschein eines zweibeinigen Säugethieres zu geben. Um aber die Mauthschranken der Matrikelbücher passiren zu können, mußte er sich um ein Paar Erdenwesen umsehen, die als seine Eltern zu figuriren hätten, und erkor hinzu einen gewissen Elieser und dessen Frau, die als steinaltes Ehepaar in der Wallachei lebten. Selbstverständlich. ziehet nun dieser Elieser, derBeschtvater, zunächst unsere Aufmerksamkeit auf sich, der natürlicher Weise nicht zu den Dutzendmenschen gehören konnte. Seine Jugendgeschichte ist uns nicht bekannt, unsere Quelle führt ihn als 70—80jährigen Greis uns vor und erzählt, daß er in Gefangenschaft einer