Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 213)
- Language
- German
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ein Übriges thun, und erklären, was ein „Tugendname" sei. Ein Tugendname (schem segulla) ist nicht der Name einer Tugend sondern die Tugend eines Namens, der irgend einen Geist oder Engel bezeichnet, yine Zusammensetzung von Selbst- und Mitlauten, welche die schöne Eigenschaft hat, Wunder zu wirken, als Spiritus kamiliaris sich verwenden zu lassen und denjenigen, der ihn in seine Gewalt bekommen hat und mit ihm gut umzuspringen weiß, zum Beherrscher aller Elemente macht. Mit einem solchen „Tugendnamen" auf der Zunge, kann man das Oberste zum Untersten kehren, die ganze Natur rebellisch machen und die Weltgeschichte aus ihren Fugen heben. Beim Aussprechen des richtigen Tugendnamens tanzen die Berge, Hüpfen die Bäume, erstarret das Meer und zerfließen die Felsen, erwachen dieTodten und sterben die Lebenden, werden Strohhalme zu k. k. Münzdukaten und veritable Kronenthaler zu schlechtem Fließpapiere. Israel aber war Besitzer eines schönen Tugendnamens, ein Baal schem tob, und nun wird jeden, der buchstabieren gelernt hat, klar, wie das Wort Bescht" in aller Eile entstanden ist. Man lese nämlich von den Wörtern : „Besitzer Eines Schönen Tugendnamens" oder von Baal schem tob immer nur die ersten Buchstaben heraus, und wem sich dann noch immer nicht die bedeutsame Silbe Bescht als Resultat ergibt, für den ist weder Lautirnoch Buchstabirmethode erfunden, der kann einfach weder lesen noch schreiben, dem bleibt nichts übrig, als entweder Millionär zu werden oder ein Rabbinat in Russisch-Polen zu übernehmen. — Wichtiger aber ist zu wissen, was Bescht sei, als wer er war. Bescht ist nämlich der Menschheit ein eben so großes Bedürfniß als Rübezahl dem Riesengebirge; als die Gnomen den Bergschluchten und all die Feen, Zauberer, verwunschenen Prinzen und versteinerten Hexen es der Oberwelt sind.