Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 199)
- Language
- German
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— 95 —' lehrsamkeit, die Ueberfülle an gehaltreichem Material, die Gewissenhaftigkeit und Genialität der Combinationen mußten Bewunderung erregen. Noch ehe das Werk ganz veröffentlicht wurde, beeilten sich die so zu sagen officiellen Vertreter der jüdischen Geschichte, Jost und Grätz, ihre Anerkennung zu bezeugen. Der erste mit offen und voll ausgesprochener Bewunderung, doch nicht ohne kritische Umsicht in Ben- Chananja 1860, der zweite in der Vorrede zum fünften Bande seiner Geschichte der Juden. Ebenso treffend als bescheiden bezeichnete Dr. A. Schmiedl (Frankels Monatschrift 1861) in seinen Randbemerkungen zu Pinskers Lickute kadmoniot „den überschwellenden stofflichen Reichthum dieser Schrift mit dem schillerschen Pentameter: ,,Wenn die Könige bann, haben die Kärrner zu thun." Noch müssen wir bemerken, daß die Lickute von der Toleranz nicht blos des Verfassers, sondern auch unserer Zeit und, dürfen wir hinzufügen, auch unserer Stadt ein rühmliches Zeugniß ablegen. Denn wann und wo hat sonst ein Rabbanit in so hohem Maße Gerechtigkeit gegen die Karäer geübt? Im Jahre 1863 veröffentlichte Pinsker in Wien seinen Mebo ha Nikkud. Der deutsche Titel lautet: „Einleitung in das babylonisch-hebräische Punktationssystem nach den im Odessaer Museum der Gesellschaft für Geschichte und Alterthümer befindlichen Handschriften (unicis) bearbeitet, mit Vocaltafel und einem Facsimile nebst einer: Grammatik der hebräischen Zahlwörter (Jesod ha Mispar) von Abraham Jbn Esra aus Handschriften herausgegeben und commentirt von S. Pinsker." Diese Schrift, die aus einem hebräisch und einem deutsch geschriebenen Theile besteht und der Vorläufer einer großen ausführlichen Arbeit sein sollte, ist ein Meisterstück von