Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 200)
- Language
- German
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96 kritischem Eindringen in die Entwicklungsgeschichte der Vocalzeichen und . Accente. Das Lesen des unvoralisirten Bibeltextes ist natürlich auch eu* Stück Tradition. Endlich mußte doch daran gedacht werden, das Lesen durch Zeichen zu fixiren. Zuerst wurde der Dagesch erfunden, der ursprünglich zwar u. A. auch eine Verdoppelung des Consonanten, in welchem er sich befindet, anzeigte, aber zugleich oft bestimmt war, den Laut a zu vertreten. Später entwickelte sich in den Schulen von Nehardea und Sura das sogen, babylonische Punktationssystem, dessen Elementarlaute a, o, i der Autor auf die Buchstaben aleph, wav, jud zurückführt. Diesem Systeme folgten die Septuazienta und der aramäische Uebersetzer Jonathan. Erst später entstand das tiberienische oder palestinensische, d. i. das gebräuchliche Punktationssystem, in welchem der Segol zuerst auftritt. Ueber die eigentliche Bedeutung des Segol entwickelt Pinsker Ansichten, die durch ihre Neuheit überraschen, dabei aber von so triftigen Beweisen getragen werden, daß man nicht umhin kann beizupflichten. Ebenso gründlich beleuchtet er das babylonische Accentsystem und vieles die beiden Masoras Betreffende. Allein, könnte man fragen, was liegt daran, ob so oder so punktirt, so oder so accentuirt wird? Im Mebo tritt dem Frager die genügendste Antwort entgegen; denn der Autor versteht, es meisterhaft, durch die Vergleichung der beiden Systeme, eine Menge grammatischer Räthfel zu lösen. Auch muß der Leser des Mebo die Ueberzeugung gewinnen, daß die Verschiedenheiten in Punktuation und Accentuation keineswegs bloß formelle sind, sondern daß vielmehr Vocalisation und Accentuation in beiden Systemen mit exegetischen Tendenzen zusammen hängen.