Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 181)
- Language
- German
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77 mit Huld empfangen und verhört; er bezeichnete auf die Frage, ob er der Messias sei, sich bloß als einen Chacham (Rabbiner; der Juden, und schrieb den Ruf seiner Messianität dem ihn verehrenden Volke zu. Als der Sultan ihm erklärte, er werde, um seine Wundermacht zu erproben, ihm drei vergiftete Pfeile durch den Leib schießen, wurde er ängstlich und warf, auch durch das Zurathen des Dolmetschers, eines jüd. Renegaten, die Kopfbedeckung vom Haupte, um den Islam anzunehmen. Der Sultan war damit beruhigt, gab dem Sabbatai den Namen Mohamed, ernannte ihn zum Kapeyi Pascha, und ließ ihn in der türkischen Sprache unterrichten. Der Zorn des Sultans mußte sich jetzt, da Sabbatai die messianischen Bewegungen als durch das Volk hervorgerufen, bezeichnet hatte, gegen dieses wenden; zur Strafe sollten 50 Chacham's aus Konstantinopel, Smyrna und andern Gemeinden den Tod erleiden und nur dem Einflüße der judenfreundlichen Sultanin, unterstützt von den Rathschlägen der Minister und Kronräthe gelang es> das Verhängniß abzuwenden. Die Juden waren genug gestraft, wenn sie die Spottreden der Moslemin und Griechen ohne Widerrede beschämt anhören mußten. Hatte Sabbatai's unerwarteter Uebertritt zum Islam ihm viele Gläubige abwendig gemacht, so war der Brand wilder Schwärmerei noch nicht überall verlodert. Die kabbalistischen Ausleger wußten dem ganzen Vorgänge bald eine Deutung in der Art zu geben, daß er in der Geschichte des Messias nothwendig eintreten mußte. Man berief sich auf eine Stelle in . der Elieser - Baraita, wonach der Messias eine Zeit unter den Äsmaeliten gefangen sein muß, wies auf Moses hin, der nach der Sage< 40 Jahre in Aethiopien war und verbreitete das Gerücht, daß Sabbatai