Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 180)
- Language
- German
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76 Gegenwart einer zahlreichen Versammlung gehalten wurde, war sehr hitzig, dauerte 3 Tage und 3 Nächte, und führte doch nicht zum Ausgleiche. v Nehemia hatte mehreremale bemerkt, daß die fanatisirten Jünger Mordanschläge gegen ihn ins Werk setzten und nur die Wache fürchten, sich aber böse Anschläge gegen sein Leben zuflüstern. Darüber ängstlich, entfloh er plötzlich aus dem Zimmer und schrie im Hofe unter Zornreden gegen Sabbatai laut, er wolle den Islam annehmen. Schnell warf er seine Kopfbedeckung von sich und nahm den Turban. Nun verläumdete er Sabbatai beim Großvezier und erbat sich eine Audienz beim Sultan in Adrianopel, die ihm sofort gewährt wurde. Er schilderte nun Mahmud IV. den leeren Schwindel, den Sabbatai erregt, sein verführerisches Wesen, sein trügerisches Blendwerk, sein regierungsfeindliches Treiben. Der Sultan berieth sich über die zu treffenden Maßregeln mit seinem jüdischen Leibarzte Mose b'Raphael Abrabanel, befragte ihn unter Huldbezeugungen für seine bewährte Ergebenheit, über die Wahrheit der Gerüchte von messianischen Bewegungen und ließ dann durch 4 Gesandte Sabbatai zu sich einladen. Am 16. Ellul erschien Sabbatai vor dem Sultan. Biele Hunderte, der vornehmsten Juden begleiteten ihn, den Priestersegen in dem Munde bis in den königlichen Hof, wo griechische Christen, die stets nur eine Gelegenheit zu Judenhetzen aufsuchen, bereit und gewaffnet standen, in dem Falle, daß .Sabbatai zum Tode verurtheilt würde, über die Juden herzufallen, sie zu plündern und zu morden. Doch ließ der Großvezier den blutdürstigen Räuber- Haufen auseinanderjagen und Wachen aufstellen, daß Niemand mehr den Hof betrete. Sabbatai wurde vom Sultan