Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 179)
- Language
- German
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75 diesen Passus aus dem Wochenabschnitte genommen hatte, und zeigte ihnen, daß die Schriftstelle: usch’nath goalai baah in ihren Buchstaben denselben Zahlenwerth enth alte, wie der Name Kotradtai Zebi, nämlich 814. Sabbatai erhielt von den angesehensten Rabbinern Besuche, das Volk strömte massenhaft aus den entferntesten Gegenden nach Kostaia, um dort die Feier des grossen Sabbat zu halten; Lebensmittel wurden hoch bezahlt, ja sie waren bald nicht zu bekommen. Mit Spannung erwartete der Messias, der sich hauptsächlich in Europa viele Chancen gewinnen wollte, die Ankunft des polnischen Kabbalisten Nehemia Kohen , dem ein grosser Ruf vorangegangen war, und dessen Wort und Urtheil bei seinen Zeitgenossen viel Geltung und Einfluß hatten. Gegen Ende des Monates Ab langte Nehemia in Kosteia an. Sabbatai empfing ihn am ersten Tage mit grosser Ehre und unterhielt sich mit ihm in verschiedenen. Gesprächen; er beschied ihn auf den zweiten Tag, an dem er über seine Messianität mit ihmRücksprache halten wolle. Nehemia war nicht der Mann, der sich von viel Pomp blenden und durch liebreiche Reden bestechen ließ. Er verharrte fest auf dem Standpunkte der Tradition und mochte Sabbatai's Messianität nicht anerkennen da nicht alle Vorzeichen erschienen, alle Vorbestimmungen erfüllt waren, die nach dem Inhalte älterer Geheimschriften vor Auftreten des Messias eintreffen müssen. Er legte Sabbatai rückhallslos seine Bedenken und Einwürfe vor, bewies ihm durch Stellen aus den kabbalistischen Werken, daß er ein falscher Messias fei, und erklärte ihm entschieden, daß er Israel ins Unglück stürze, keinen Antheil am Jenseits habe und als Verführer den Tod verdiene, die Disputation die in