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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 66

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 66 (sequence 170)
Language
German
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66 gungen liefen darauf hinaus, daß Sabbatai Zebi der wahre Erlöser sei. In Konstantinopel gab es damals 800 Propheten und nicht viel weniger in Adrianopel und Smyrna. Der Glaube an Sabbatai hatte sich schon so . in Aller Herzen festgesetzt und war so weit gedrungen, daß er irt der Thal wie ein König über Untergebene schalten konnte. Diejenigen, die ihn nicht anerkennen mochten, würden von seinen fanatischen Anhängern beschimpft, verfolgt, denuncirt und ins Unglück gestürzt; diese nährten ihre erhitzte getäuschte Phantasie mit leeren Träumen, luftigen Hoffnungen und albernen Einbildungen und rechten die Moslemin durch neckische, anmaßliche Reden. „Wir werden die grünen Kleider tragen, Euch aber wird dies verboten sein, uns werdet Ihr gleich allen übrigen Völkern Steuern entrichten müssen." Solche Reden ließen sie in unbedächtiger Weise laut werden. Sabbatai muß auch auf die Stimmung der Moslemin gebaut haben. Er meinte, daß sie an seine Sendung glauben und sich ihm unterwerfen werdender war ganL sorglos und sah sich schon im Besitze des in seiner Phantasie vorgespiegelten Reiches; er vertheilte schon Würden; den einen seiner Brüder Elia machte er zum Oberkönige von Israel, den anderen Josef zum Oberkönige von Jehuda. Die Bestallten waren darüber ganz glücklich und gaben ihren Titel nicht für alles Geld hin. Am 20. Tebet reiste Sabbatai in Begleitung seiner Frau Sara und feiner Brüder nach Konstantinopel, um die Krone vom Sultan zu empfangen; am ersten Adar hielt er seinen feierlichen Einzug unter den Juden und wurde von allen Seiten wie ein König begrüßt. Der Sultan Mahmud IV. war gerade in Adrianopel und Sabbatai verlangte vor der Hand dem Groß-Bezier vorgestellt zu werden. Dieser holte, sobald er das regierungsgefährliche

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