Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 169)
- Language
- German
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65 Sultans genannt; an den Wänden sah man Malereien, in deren Mitte eine Krone, die Ueberschrift „Krone Sabbata?s" trug. Än diesem Jahre traten vom Monate Tebet an, in mehreren Gemeinden der Türkei Propheten auf; Männer sowol als Weiber, Jünglinge wie Jungfrauen fielen unter Zuckungen und wunderlichen Bewegungen mit Händen und Füssen zur Erde und weissagten in reinhebräischem oder soharistischem Idiome Verschiedenes, hauptsächlich aber verkündeten sie Sabbatai's Messianität und daß er von Gott die Königskrone erhalten habe. Sogar Kinder die kein Wort hebräisch verstanden, weissagten in dieser Sprache und enthüllten in liegendem Zustande Mysterien. Sabbatai's Schüler und Anhänger predigten mit Bezug darauf, daß jetzt die Weissagung des Propheten Joel (3, 1) in Erfüllung gegangen sei, wo es heißt: Und nachher wird es geschehen, daß ich meinen Geist ausgiesse über alles Fleisch, daß eure Söhne und Töchter weissagen, eure Greise Traumgesichte haben und eure Jünglinge Bilder ded Zukunft sehen; aber auch auf die Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist ergiessen. Ein gewisser Mohn Serwil in Konstantinopel verschaffte sich einen Ruf als wahrer Prophet, weil er jedem die Sünden, die er in seinem Leben begangen vorzählen konnte. Während seiner prophetischen Thätigkeit, die er täglich viermal äußerte, geberdete er sich wunderlich, sang, spielte mit Instrumenten, siel unter Sprüngen und Zuckungen zur Erde und stammelte in mystischem Tone und soharistischem Idiome geheimnißvolle Offenbarungen her, die von zwei neben, ihm stehenden Schreibern zu Papier gebracht wurden. Sich selbst hielt er für eine Metempsychose des Rabbiners Simon B. Jochai und alle seine Weissa- 5