Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 155)
- Language
- German
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51 von diesem Wege zurückzuführen, aber vergebens, die Eltern, die sehr reich und angesehen wurden, schämten sich seiner, während der blinde Haufen ihn vergötterte. Man fabelte von Engeln, die an ihm jede Nacht in symbolischer Weise die Erlösung zeigten, von vielen Wundern, die er da verübte; er selbst erklärte sich zu etwas höherem berufen und führte häufig die Schriftstelle im Munde. „Ich werde zu Wolkenhöhen steigen, dem Höchsten gleichen!" In seinem 18. Jahre beehrten ihn schon Alle mit dem Titel „Chacham" (Weiser) und gewann er durch seine Vorträge in der Kabbala seine zahlreichen Jünger so sehr für sich, daß sie auf ihn die Schriftstelle anwandten, deren Buchstaben an Werth dem Buchstabenwerthe seines Namens gleichkommen: „Tief, tief, wer kann das erreichen?" Ob er gleich die Geheimwissenschaft hoch schätzte und bei seinen glänzenden Erfolgen hoffen konnte, er werde Großes durch dieselbe erlangen, so brach er doch nicht ganz mit dem altrabbinischen Schrift - thume. Seine Brüder, wie seine Jünger bezeugten, daß er stets den Talmud und die Midraschim ehrfurchtsvoll geküßt und oft gesagt habe, die Thanaim und Amoräin wären seine Väter und Lehrer in der Ergründung des Geheimnisses von Gottes Wesen und Existenz. Der Ruf seines heiligen Lebenswandels, wie seiner außerordentlichen Gelehrsamkeit erscholl weit und breit, und überallher strömten die Neugierigen wie die Wissensdurstigen herzu, um die Lehren seines Mundes zu vernehmen. Er verstand es auch sie durch Heiligthuerei, überschwengliche Ascese, berückenden Firlefanz der Geheimweisheit und hehre, über alles Sinnliche sich erhebende Lebensweise zu blenden und sie in den Zauberkreis seines göttlichen Wahnes zu bannen; sein Wink und sein Wort beherrschten und zügelten sie. 4*