Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 154)
- Language
- German
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50 Mordechai Zebi^s Haus eintraten, dessen Gattin in todesgefährlichen Geburtswehen an, und gaben ihm die tröstliche Versicherung, daß sie einen Sohn zur Welt bringen werde, der zum Erlöser Israels bestimmt ist. Munter hüpfend, lächelnd und lallend soll Sabbatai an's Licht der Welt getreten sein. Wie seine Geburt, so hat man auch sein ganzes Leben mit wunderlichen Sagen ausgeschmückt. Josef Eskafa, Dajan von Smyrna, nahm ihn in den Bund Abraham's auf und bei dem zu diesem Akte gehörenden Festmahle sollen drei Engel zugegen gewesen sein, die die Gestalt dreier in Smyrna bekannter Männer angenommen hätten; sie verriethen ihre himmlische Natur dadurch, daß jede Speise, die sie in die Hand nahmen, augenblicklich in derselben verschwand. Von Jugend auf bekundete Sabbatai ein selbstständiges, sreimüthiges Wesen und führte eine absonderliche streng ascetische Lebensweise, so daß die einen ihn für einen Engel, die andern für einen Thoren hielten. Er beschäftigte sich in seiner Kindheit vorzüglich mit dem Talmud und der dazu gehörigen Literatur, doch hatte er schon einen kabbalistischen Anflug, indem er mit den verschiedenartigsten Pronunciationen des Gottesnamens experimentirte. Er soll in seinem 15. Jahre, da er sich von der Schule emancipirte, weit umfassende Kenntnisse im Talmud, wie in den Midraschim besessen haben. Zur selben Zeit warf er sich ganz auf die Kabbala, zog sich in die Einsamkeit zurück, fastete viel, weilte häufig in Höhlen und an einsamen Stellen, so daß oft seine Eltern nicht wußten, wo er sei. Jahre lang saß er in Smyrna in einer kleinen Stube eingesperrt, so daß «w die Aufmerksamkeit der wundersüchtigen Menge auf sich zog. Seine Brüder, wie seine Eltern beobachteten ihn, sie wendeten alle Mittel an, ihn