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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 47

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 47 (sequence 151)
Language
German
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47 schreibend, doch an ihr Gefallen finden konnten. Manasse b. Israel z. B. zweifelte gar nicht daran, daß verdammte Geister (Ruoliot) den auf der Erde lebenden Menschen in den Leib fahren, aber durch die richtige Aussprechung des Gottesnamens, der in den verschiedensten Nuancirungen dargestellt würde, wieder aus demselben gebannt werden können. In der Türkei, vornehmlich aber in Palästina fesselt die Kabbala durch den himmlischen Zauber ihrer Lehren, durch den heiligen Glanz, den sie ausstrahlt, völlig die Gemüther, und weil das Studium ihrer Lehren ganz besonderer persönlicher Eigenschaften bedarf und denjenigen, der in ihr forscht, zu höheren, allen andern Menschen verschlossenen Einsichten in Gott, in die Geheimnisse seines Wesens und Waltens führt, so wird dieser selbst ein Gegenstand der Bewunderung und genießt Verehrung, wie ein höheres Wesen. Doch lag in der Kabbala nicht destoweniger ein bedeutender Anlaß zur Mißdeutung der jüdischen Glaubenslehren. Die Theorie, daß das Wesen der Gottheit in 10 Potenzen (Sepliirot) sich abstufe, war zunächst eine sehr gefährliche. Wo mehrere Potenzen ist, da sind Abhängigkeit, Beschränkung des Willens, der Kabbalist hat nicht gar weit zur Anerkennung eines gewissen Fatums, wie es der Islam lehrt; wo Potenzen sind, da ist Gottes Einheit oder specielle Einfachheit aufgehoben und die christl. Lehre der Dreieinigkeit hat für den Kabbalisten nichts Befremdendes, ja sie wird ein willkommner Moment in seinem mystischen Jdeenkreise. Schon im 16. Jahrhunderte verlautet die unzweideutige Klage, daß das Studium des So har zur Ketzerei führe, und bekehrungssüchtige christl. Theologen machen der Kabbala zum Vehikel ihrer Absichten. Jetzt wie früher nahm

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