Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 137)
- Language
- German
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33 Auf das Urtheil der es umgebenden Welt über den seiner Religion innewohnenden humanen Geist, über die Ebenbürtigkeit aller Menschen in rechtlicher Beziehung, hat das Judenthum van jeher einen viel groß ern Werth gelegt, als alle mit ihm gleichzeitigen Völker des Alterthums. Der Geschichtschreiber Jasephus, der im Alterthum lebte, hebt es zu wiederholten Malen in seiner Schrift gegen den ALexandrinischen Judenfeind Apio hervor, daß kein Volk so milde und gerecht verfahre gegen Glieder' anderer Religion und Nation, wie das jüdische, was eben ein Beweis der Göttlichkeit seiner Gesetze ist. Daß der Name Gottes an und durch Israel bei andern Völkern geheiligt und nicht entweihet werde, ist ja Grundton der propheüschen Reden, das erhabene Ideal, das ihnen vorschwebte, dem sie weithin tönende Worte geliehen. Aber auch die Geschichte Israels, in der biblischen und nachbiblischen Zeit, ist reich an Beispielen hiefür. Schon der Patriarch Abraham wies seinen Th eil von einer Kriegsbeute, der ihm von rechtswegen wie seinen Kriegsgenossen gebührte, mit den Worten zurück: du sollst nicht sagen, ich habe Abraham reich gemacht. Jakob macht seinen Söhnen, die für eine Fawilienfchande Rache genommen, bittere Vorwürfe, daß sie ihn bei den Bewohnern in üblen Geruch gebracht hätten. Moses flehte zu Gott, er möge doch dem Volke dessen schwere Vergehungen verzeihen, weil sonst die andern Völker falsche Begriffe von der grenzenlosen Güte und Barmherzigkeit Gottes haben könnten: derselbe Moses , dev das gelobte Land nicht betreten durfte, weil er Gott in Gegenwart der Gemeinde nicht heiligte^ als sie in ungestümer Weise labenden Trunk für den brennenden Durst forderte. Nach talmudischer Auffassung — und diese Auffassung ist oben ein wesentlicher Moment — wich König David sogar 3