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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 32

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 32 (sequence 136)
Language
German
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- 32 — Jeder Israelit, der sich noch mit dem Stamme und Glauben Israels fest verwachsen und vereinigt fühlt, der nicht wie ein dürres Reis daran hängt, das jeder etwas kräftigere Windstoß abbrechen kann, sondern noch mit Herz und Gesinnung im Boden des Judentums wurzelt, kennt die Allgewalt, die der Lickäuseh ha-Schem auf Juden übte und übt, weiß, mit welcher Ehrfurcht man denjenigen nannte und mit welcher heiligen Scheu man zu demjenigen emporblickte, dem das öffentliche Urtheil dieses Prädikat beilegte, sowie er auch die Verachtung kennt, die über dem Haupte, desjenigen zusammenschlug, den das Bolksurtheil zum Mechallel ha- Sehern, stempelte. Wer aber und welche Macht hatte solches Lob ertheilt, und von Wem war das Tadelsvotum ausgegangen? War es etwa die Presse, die es tausendfältig verbreitet, oder eine große Volksversammlung, die es feierlich ausgesprochen? Der Gemeingeist des Volkes trug es auf seinen Flügeln von van bis Leer-Scheba, von Ost bis West, von Süd bis Nord, und die Stimme fand im Herzen der Israeliten ihr tausendfaches Echo. Die Stammestugenden, die im tiefsten Grunde des Volkes ruhten und vom Himmelsthau der Religion befruchtet wurden , entfalteten sich im Laufe der Zeiten zu herrlicher Blüthe und Frucht. Die dankbare Erinnerung nahm sie in ihren Schooß auf, um sie als neue Keime und Triebe für die Zukunft sorgfältig aufzubewahren. Wohl ist der jüdische Volksgeist im Allgemeinen schärfer und leichter zur Hand mit dem Tadel, als er freigebig und großmüthig im Lobe ist, weil er die des Lobes würdige That, als etwas Natürliches und Selbstverständliches hält, das in sich selber seine Belohnung findet; aber es sind uns dennoch genug Züge aufbewahrt worden, die das eine, wie das andere zu illustriren vermögen.

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