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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 20

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 20 (sequence 124)
Language
German
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20 So finden wir eine Klageschrift der niederösterreichischen Stände gegen die Juden vom Jahre 15A7. Wir wollen hier Wergehen, daß sie es als Hohn und Lästerung „des Sohnes Gottes" betrachten, wenn in der Hauptstadt des Reiches Sinagogen bestehen; wir wollen schweigen, daß sie die Juden anklagen, sie saugen den armen Christen Schweiß und Blut aus; man kennt den Wert dieser Anklagen. Die niederösterreichischen Stände führen jedoch bei dieser Gelegenheit ein anderes Argument an, sie verdächtigen den Patriotismus der Juden. Sie beschuldigen sie mit den Muhamedanern, mit welchen sie in gleicher Weise die Beschneidung haben, in Verbindung zu stehen. (Zu jener Zeit warm nämlich die Verhältnisie der Juden in der Wrkri durch die jüdischen Staatsmänner Joseph Fürst auf s Waxos und Salomo Aschkenast besonders günstig. Bergt. Grätz, Geschichte der Juden 9. Band.) Sie gaben ferner an , daß die Juden in Riederösterreich in Blutsverwandtschaft mit dm Juden in Pest und Ofen stehen, welche sie der türkischen Herrschaft geneigter erachteten als der österreichischen. Der Wortlaut jener Anschuldigungen ist: ... „Vnd demnach woll zu erachten, das zu vorigen Zeiten einen Juden nit wie leider zu jetzigen gefehrlichen Khriegsstandt sowol verstattet und zugestehen, welche, sich vasst in alle Gewerb und Handtierungen einmengen, den armen Christen schweiß und Blut aussaugen, das Haab und Guett an sich und vill gar an Petlstab bringen und doch weder heller noch Pfennig zu gemeinen Wesen nit raichen, woll am Landes Pestilenz und Deckmantl aller bösen Pneben, vmb des an sich gehandleten geraubten und veruntreuten Guett genant werden mögen. Geschweige das gefehrliche Berraitereyen vnter denselben, als die nit allain

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