Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 123)
- Language
- German
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19 sigen Juden Auf Jrer Fürstl. Durchl. genedigsten Beuelch vnd Verordnung vnd auf Ir gehorsamistes ansuchen von der Canzley aus dieser schein Bnter Jrer Fürstl. Durchl. Secret Jnsiegel zugestellt worden. Signatum Wien den 24. Sept. 1598. I. Westernach. Wenn man von diesen innern Kämpfen in den Gemeinden liest, so ist man versucht zu glauben, daß die Juden jener Zeit sich gesichert gegen Angriffe von Außen fühlten, oder daß ihnen mindestens damals die Verhältnisse günstig waren; doch das war keineswegs der Fall. Die Juden hatten es während der langen Zeit des Druckes gelernt, wie, der Sage nach, der Salamander im Heuer zu leben. Wir möchten sagen, die Gefahren, die ihnen von Außen droheten, hattenihre Schrecken verloren. Während heute, obfchon jene Glaubensinnigkeit und Wärme nicht vorhanden ist, bei derartigen äußern Bedrängnissen gewiß alle Juden wie Ein Mann zusammenstehen würden, war zu jener Zeit der Friede aus den Gemeinden gewichen und zahllos sind die Processe, welche erst an den Stufen des Thrones ihrer Erledigung harrten. Um nur ein beiläufiges Bild zu geben, wollen wir, ohne weiter auszugreifen, bemerken, mittelst kaiserlichen Befehles vom 1. Februar 1594 wurden die Juden aus Oberösterreich vertrieben. Doch müssen wir hervorhebe.n, daß die größten Feinde der Juden nicht am Wiener Hofe zu suchen waren. Was auch die österreichischen Monarchen gegen die Juden auf dem Herzen haben mochten, das Staatsinteresse, da die Juden in finanzieller ^Beziehung Nutzen brachten, hat sie öfters günstig für sie gestimmt. Aber diejenigen, die ihre Concurrenz zu fürchten hatten, waren unermüdlich gegen sie Klagen zu führen. 2*