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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1867-01-01 · Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867) · p. Seite 15

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 15 (sequence 119)
Language
German
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15 den, und schließlich stellte es sich heraus, daß auch der Gottesacker erweitert werden mußte. Sie waren daher bemüßiget, einen Platz anzukaufen und für die Einfriedigung zu sorgen. Man wird zugeben, daß es den Wiener Juden jener Zeit schwer werden mochte, das Geld für alle diese Bedürfniffe aufzubringen und sie konnten daher mit Recht verlangen, daß die Neuankommenden sich an den Lasten betheiligen. Man wird diese Lage der damaligen Juden um so mehr zu würdigen wissen, wenn man auch nur oberflächlich die jetzige Lage der israelitischen Cultusgemeinde in Wien betrachtet. Eine war am Judenplatz, Ecke der Parisergaffe, wo jedoch die andere stand, war mir bisher nicht möglich zu erforschen. Allerdings darf man nicht glauben, daß die Synagogen damals in derartiger Pracht wie heute oder wie die zu Ende des 17. Jahrhunderts erbaute Synagoge in der Leopoldstadt (die jetzige Pfarrkirche zu St. Ledpold) erbaut wurden. Wahrscheinlich wurde eine Localität in einem Wohnhause zu diesem Zwecke bestimmt. Eigenthümlich genug findet flch aus früherer Zeit nichts vor, daß die Juden in Wien eine Lehrschule gehabt hätten. Erst kurz vor der Austreibung im Jahre 1670 errichtete Secharja Hatewi ein 661hamidrasch. Als die Juden im Jahre 1673 stch neuerdings in Wien ansässig machten, dauerte es wieder längere Zeit — länger als ein volles Jahrhundert — bis sie daran gingen, für eine Schule zu sorgen. Wir wollen nun freilich nicht sagen, daß die ehemaligen Wiener Juden nichts für die allgemeine oder für die speciell religiöse Bildung ihrer Kinder thaten. Sie ließen sie privatim unterrichten, was bis auf den heutigen Tag in den sogenannten großen Häusern geschieht. — Eigenthümlich genug betragen die Ausgaben der Gemeinde im Jahre 1865 64842.72 fi., davon entfallen für die Neligionsfchute, die einzige Lehranstalt der Gemeinde, 2589.18 */2 fi. Erst vor kurzer Zeit wurde vom Prediger Herrn Dr. Jettinek das Bet-hamidrasch ins Leben gerufen.

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