Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XXXIV (sequence 66)
- Language
- German
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— XXXIV — keit, Unbehilflichkeit in der Verfassung neuer Kommunaleinrichtungen und noch häufiger Uneinigkeit unter den Gemeindemitgliedern und jenen Zwiespalt der Meinungen, der unausweichlich ist, sobald Menschen, die unter ganz verschiedenen Verhältnissen emporgekommen sind, urplötzlich in einen Verband unter sich zusammentreten sollen. Noch unerquicklichere Folgen hat dieser unmäßige Gebrauch, der von der Freizügigkeit gemacht wurde, für die einzelnen Ansiedler gehabt. Manchem ergehet es, wie dem Zwerge, der in'S Riesenland gerathen ist, der wenn er zu Hause noch eine leidlich hervorragende Rolle spielte, sich hier zu seiner Entmuthigung noch mehr zusammenschrumpfen sieht. Andere Haben nicht bedacht, daß man in Hauptstädten, wo der Luxus ganz neue auf dem flachen Lande unbekannte Bedürfnisse erschafft, und selbst die schlichteste bürgerliche Hausführung einen größeren Kostenaufwand erfordert, zehnmal so viel erwerben muß, um '/io mal so beachtet wie auf dem flachen Lande leben zu können. Da tragen gar viele die goldenen Saaten fröhlich daher, um weinend mit leeren , tauben Aehren Wieder heimzuziehen. Es verstehet sich, daß es hier nicht der Ort ist, diese Wahrnehmungen an einzelnen Beispielen nachzuweisen, weil hier, wie sonst nirgends in dieser Weise das „exempla suut odiosa“ seine volle Beachtung finden muß. Ein Grundzug, der. durch alle neue wie . altneue Gemeinden gehet, ist das Streben nach Autonomie, Selbstverwaltung und Unabhängigkeit in Kultusangelegenheiten. Der Wert dieses StrebenS darf allerdings nicht verkannt werden und ist strenge genommen nicht neu. Die Inden hatten sich in