Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - zweiter Jahrgang 5627 (1866-1867) (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite XXIX (sequence 61)
- Language
- German
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XXIX wenn er auch bisher weniger Rechte genossen, welche Rechte wir ihm aber nunmehr geben wollen; auch halte ich diesen Ausdruck für viel edler, als wenn wir sagen würden «.Einwohner." (Lebhafter Beifall.) Solchen echt humanen Gesinnungen kam selbstverständlich auch die Gerechtigkeit des Monarchen huldvoll entgegen und im königlichen Reskripte von 3. März heißt es: »Mit Vergnügen haben Wir die Zusicherung der landtäglich versammelten Stände und Vertreter entgegengenommen, daß sie hinsichtlich aller Klassen der Bevölkerung ohne Unterschied der Religion und der Sprache stets die Grundsätze der Gerechtigkeit und Billigkeit zur Richtschnur nehmen wollen. Wir werden bei gleichzeitiger Aufrechthaltuug der territorialen Integrität des Landes es zu Unseren angenehmsten Aufgaben zählen. Alles zu befördern, wodurch jenes Ergebniß erzielt werden kann, rc." — Dieß waren die letzten Verhandlungen über die Iudenfrage in Ungarn, während welcher man dießseits der Leitha in den deutschen Kreisen in Folge der Sistirung des Februarpatentes keine Gelegenheit hatte die Gesinnungen zu manifestiren. In den Landtagssitzungen kam die Frage der Grundrechte nicht mehr zur Sprache, nur hie und da ließ sich aus der klerikalen Partei ein Ruf der Verstimmung über die Fortschritte der Emanzipation hören, von den Kanzeln der katholischen Kirche , in Severinus-Vereinen, in der katholischen Publizistik gab man unverholen dem Unmuthe Ausdruck und ebenso unzweideutig bewiesen andere moralische Körperschaften, wie Gemeinderäthe, Handelskammern und Landtagsausschüsse,