Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 340)
- Language
- German
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Er ergriff ihre Hand, die in der seinigen heftig zitterte. „Deborah, mein Lieb'! antworte mir bestimmt, was ich Dich frage. Möchtest Tu, daß ich hier bleibe." „Um mein ganzes Leben!" flüsterte sie, nur ihm hörbar. Er neigte sich zu ihrem Ohre; sein warmer Athem umfing sie, rings herum waltete tiefe Stille, nichts störte, nichts legte sich feindlich zwischen das Aussprechen des Seeligstenwas diese zwei Wesen jemals empfunden haben mochten. „Willst Du mein Weib werden? mein gutes treues Weib?" so mochte das lauten, was er ihr ins Ohr flüsterte. „Lebendiger Gott! warum mir dieses Glück?" rief sie in erschreckter Freude zurück. „Sags noch einmal: Willst Tu mein Weib werden?" „Ich wills." „So will ich Dir auch sagen, wer und was ich bin!" Darauf erzählte er ihr in wenigen Worten die Geschichte seiner Hieherkunft, wie er der berufene Rabbiner sei, und es niemals bereuen werde, daß er gerade diesen Weg eingeschlagen habe, um mit seiner Gemeinde und seiner Deborah bekannt zu werden. Stftsam! sie entzog jetzt ihre Hand der seinigen. „Was ist Dir, Deborah?" „Mein Vater ist ein armer Mann," schluchzte sie, „er gibt mir nichts nach. . „Und ich nehme Dich doch, Deborah!" rief er, und umschlang sie mit seinem Arme. „Ich will nichts als nur Dich. Meinst Du, Tu hast mir die Mitgift nicht schon mitgebracht? sie ist mir lieber als Gold und Perlen." „Ich versteh' das nicht."