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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 266

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 266 (sequence 336)
Language
German
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— 266 Brief, darin hieß es-: „Meine Zeit ist um! soll ich heimkehren?" Darauf schrieb sie: „Bleibe noch sieben Jahre auf der Schule, ich will Deiner harren, wie es einem treuen Weibe geziemt." Und eines Tages, es war das vierzehnte Jahr um, erfüllte zahlreiches Volk die Straßen der Städte Akiba, der größte Gelehrte seiner Zeit war eingekehrt; nicht weniger als zwölftausend Schüler bildeten sein Gefolge. Des Weges daher kam ein Weib, das warf sich ihm weinend zu Füßen und küßte den Staub seiner Füße. Er aber hob sie liebreich auf, und küßte sie vor allem Volke. Ms ihn die Schüler darob zur Rede stellten, sagte er,: „Das ist mein Weib! und wenn sie es nicht gewesen, wäre ich nicht Euer Lehrer, und Ihr nicht meine Schüler!" Als Kalba Sebua vernahm, wer sein Schwiegersohn fei, setzte er ihn in den Besitz aller seiner Neichthümer, und der Schäfer von ehedem ward nun der reichste Mann im .ganzen Lande." „Soll ich leben und gesund sein," rief der Hausherr, nachdem der junge Rabbiner geendet, „wenn ich nicht alle Neichthümer der Welt hingebe, um von Euch, mein lieber Gast, nur einmal in der Woche so etwas Schönes zu hören. Nur um Eines ist Schade, großer Schade!" „Und das wäre?" fragte der fremde Gast, tief bewegt von der Ergriffenheit seines Kostherrn. „Daß ihr nicht unser Rabbiner geworden seid! Ihr hättet dazu vielleicht besser gepaßt, als der Andere, der auf sich warten läßt." Ein flüchtiges Lächeln glitt über das Angesicht des Gastes, er senkte die Augen. Als er wieder aufblickte, sielen sie auf das Mädchen, das ihm gegenüber saß. Niemals glaubte er etwas Schöneres gesehen zu haben; ihr Antlitz strahlte und leuchtete; ihre ganze Seele schien dort zu wohnen. Dann stand sie rasch auf.

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