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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 265

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 265 (sequence 335)
Language
German
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er niemals aufhöre, bei Tag und bei Nacht darin zu forschen, dann könne man von ihr sagen: ihr Sinn stehe nach dem Felde und sie kaufe es, dann sei die Frucht ihrer Hände der Weinberg, jener herrliche Weinberg, dessen Nebenblut nicht berauscht, nämlich derLohn in dieser und in der künftigen Welt." Er hatte noch nicht geendigt. Das bisher Gesagte bedurfte eines lebendigen Beispiels. Die Auslegung des Salomonischen Spruches schwebte in der Luft, wenn er ihr nicht eine feste Stütze gab. Diese fand er in einem Geschichtchen, wie es die tausendjährige Ueberlieferung in aller Lebendigkeit eines wahrhaften Geschehnisses aufbewahrt hat. „Die Tochter des reichen Kalba Sebua, erzählte er, in dessen Hause es so hoch herging, daß wer hungrig wie ein Hund es betrat, es gesättigt wieder verließ, hatte unter den Hirten ihrer Vaters einen Jüngling bemerkt, der ihren Augen wohlgefiel. Er weidete nur die Schafe, aber auf seiner Stirne leuchtete ein Abglanz höherer Begabung, der vielleicht nur ihr erkennbar war. Eines Tages rief sie ihn zu sich. „Ich werde Dein Weib," sagte sie zu ihm, „aber nur unter einer Bedingung. Du mußt nach Sura auf die hohe Schule und dort sieben Jahre verbleiben. Ich will Deiner harren, wie es einem treuen Weibe ziemt." Da sagte er: „Ich gehe nach Sura und bleibe dort sieben Jahre," und hierauf nahm er einen Ring und steckte ihn an ihren Finger und sagte zu ihr: „Siehe Du bist mir angetraut nach den Gesetzen Moses und Israels." Er wanderte mach Sura, aber als Kalba Sebua nach einiger Zeit vernahm, seine Tochter sei die Frau seines Schäfers geworden, geriet er in heftigen Zorn und enterbte sie, sie aber trug ihr Leid in stolzer Ergebenheit; sie murrte nicht, denn ihr Sinn stand nach einem Felde, das einst ihr eigen sollte. Im siebenten Jahre erhielt sie von ihrem Manne einen

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