Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 334)
- Language
- German
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— 264 frühen: Satze heiße: „sie steht auf, wenn es noch Nacht ist, und gibt Speise ihrem Hause," wie kann man dem schwachen Weibe mitten in der Erfüllung seiner häuslichen Pflichten noch die Last auferlegen, an die Mehrung des Besitzes zu denken? Das Feld muß der Mann kaufen, mit seinerHünde Kraft und seines Geistes Gewalt muß erschaffen und walten, damit das von ihm gegründete Haus fest uud sicher dastehe gegen die Stürme des Lebens. Wie komme aber das Weib dazu, das was ein Recht des Mannes ist, zu feiner Zierde zu machen? Was solle dann der Mann neben ihr bedeuten?" So in scheinbaren Gegensätzen zerschluger gleichsam die Grundmauer, auf die er doch den Bau feines „feinen Wörtchens" gründen wollte. Offenbar hatte der Dichter des heiligen Gesanges hier gefehlt. Kann aber König Salomo irre gehen? Kann etwas, was in den gewaltigen Lauten der heiligen Schrift zu uns spricht, einer Mißdeutung, einer Verirrung unterliegen? .. Jetzt begann er den Aufbau. Auf den vermeintlichen Ruinen des bisher Gesagten erhob sich in holdseliger Rede das neue Haus seines Beweises. „Nicht um ein Feld,'das so und so viel Metzen Getreide abwirft, handle es sich, wenn es in den Sprüchen Salomos heiße, sie trachte danach und kaufe es. Nein! das sei ein ganz anderer Acker, der Säemann, derihn bestelle, fei nicht das Weib und nicht der Mann, das sei die heilige Gotteslehre, von der es auch anderswo heiße, sie wäre der Baum des Lebens. Diesen Acker, so entwickelte er sinnig weiter, habe Gott in die Hut des Weibes gestellt; aus ihm ziehe sie ihre besten Früchte, nicht aber dadurch, daß sie ihn selbst bestelle, selbst pflüge und ihm Gutes angedeihen lasse! Das sei nicht Sache des Weibes, dafür sei der Mann da! Wenn er in der Gotteslehre ausharre, und sie ihn darin unterstütze, daß