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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 237

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 237 (sequence 307)
Language
German
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ßen heulte unterdessen der Sturm, peitschte der Regen mit Heftigkeit die Fensterscheiben, und der rollende Donner versetzte von Zeit zu Zeit derartige Schläge, daß das luftige aus Holz erbaute Sommergebäude in seinen Grundfesten erschüttert zu werden drohte. Ein heiliger Schauer durchrieselte mein Inneres, von der gewaltsamen Scene ergriffen , und ich war kaum im Stande meine innere Bewegung zu bemeistern. Ich legte meinen Hut ab, näherte mich dem nebenstehenden Tischchen, wo verschiedene Medikamente standen, suchte mir eine Phiole mit Liqu. C. C. suecin. heraus, träufelte einige Tropfen auf ein Stückchen Zucker und reichte es der Patientin. Sie schlug die Augen auf, raffte ihre Besinnung zusammen, und winkte mich näher zu sich. Als ich wieder in ihrer Nähe Platz genommen hatte, erzählte sie mir mit schwacher Stimme, durch öfteren Husten und Mattigkeit unterbrochen, folgende Geschichte, die ich möglichst treu wieder zu geben mich bestrebe. „Ich bin, wie Sie sehen, lieber. Doktor, eine Jüdin und habe es zu sein nie aufgehört, und bin, wie ich es in der letzten Stunde vor Gott bekenne, eine Sünderin. Aber da ich mich nur Gott gegenüber versündigte, so hoffe ich auch vom Allmächtigen Vergebung. Meine Bitte ist nun an Sie, das Sie mir ein Begräbniß unter meinen Glaubensgenossen verschaffen wollen, das ist meine erste Bitte. Meine zweite ist: daß Sie sich meiner armen Kinder annehmen wollen. Sie werden hier in diesem Portefeuille — sie langte ein solches unterm Polster hervor — die nöthigen Dokumente für Alles, was ich erzähle, finden. „Zur Zeit des türkckchen Krieges im Jahre 1828 wohnte ich mit meinem ersten seligen Manne in dem Grünzstädtchen K., wo derselbe sich mit Lieferungen für die Armee

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