Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 275)
- Language
- German
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205 weise ergießen muß. Denken wir uns aber den Jndifferentismus weg, die Quelle verstopft, so muß daun auch der Strom, so reißend er auch ist, mit der Zeit sich verlaufen. Kehren wir zu den konkreten Fällen zurück. Wir sagen, daß es ein falsches, verkehrtes und zugleich vergebliches Bemühen ist, wenn man den Chassidismus bekämpfen und beseitigen will. Und geschieht es gar durch gewaltsame Mittel, will mau gar die weltliche Macht zu Hilfe nehmen (wie es dazumal durch Elia aus Wilna geschah, wo man den chassidüifchen Maggid Jssar — horribile dictu — geißeln und martern ließ), so ist es doppelt verkehrt. Man schafft dadurch Märtyrer und damit wird, wie leicht einzusehen, der zu vernichtenden Sache ein Heiligenschein verliehen und ihr so am meisten Vorschub geleistet. Nein, nicht dies ist der richtige Weg, um das Schädliche im Chassidismus zu vernichten. Will man jenes Mißverhältniß beseitigen, so muß gerade der P rostet bekämpft und beseitigt werden. Mit andern Worten: Hauchen wir dem starren Jndifferentismus durch Belehrung, durch veredelnde Bildung Leben und Theilnahme für die Religion, für alle Schöne und Gute ein, beseitigen wir so jene theilnahmslose Passivität und dem Excessiren im Chassidismus ist aller feste Boden benommen. Machen wir aus den Prosteks thütige und nützliche, an der Arbeit der Zeit theilnehmende, (wenn auch immer nur mittelmäßig begabte) Mitglieder der Gesellschaft, und das Schöne, Entwickelungsfähige im Chassidismus wird dann zur vollen Geltung kommen, das Heilsame in ihm wird, in die rechte Bahn geleitet, sich naturgemäß aber in hervorragender Weise entwickeln. Wir sagen, das Schöne und Heilsame in ihm wird zur Entwickelung kommen und zwar in hervorragender Weise. Ja wohl.