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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1866-01-01 · Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866) · p. Seite 204

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
Date
1866-01-01
Page
Seite 204 (sequence 274)
Language
German
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hältniß zwischen den Gegnern und die daraus entstehenden Excessionen daher auch selber nur Ausnahmen, und man darf sie deshalb nicht, wie es leider so oft geschieht, als maßgebendes Kriterium für den Charakter der Chassidim betrachten. Ausnahmen und Ausschreitungen kommen überall vor und sind hier auch am natürlichsten. Schlußwort oder Was thnn? Nekapituliren wir mit kurzen Worten das bis jetzt Gesagte. Wir haben zu zeigen versucht, daß der Chassidismus, namentlich wie er jetzt ist, keineswegs eine systematisch nach strengen Gesetzen oder Grundsätzen wirklich organisirte Sekte, daß ferner ursprünglich das soziale Moment mehr, als das religiöse für ihn entscheidend fei, daß sein moralischer Erzeuger tu dem ihm gegenüberstehenden personificirten Phlegmaticismus und Jndifferentismus zu suchen sei, daß er nur ihm feine Existenz verdankt. Diese Behauptungen haben wir durch, ans der lebendigen Wirklichkeit herausgegriffene Beispiele erhärtet. Wir haben also vor uns nicht ein, sondern zwei große Nebel, zwei einander gegenüberstehende Gegensätze: den In d i ff e r e n t i s m u s und (wie wir glauben), sein Produkt den Fanatismus. Halterl wir uns vorläufig an diese beiden Abstrakta. Also Jndifferentismus und Fanatismus. Denken, wir uns für einen Augenblick den Fanatismus aus der Welt geschafft; ist damit auch der Jndifferentismus beseitigt? Nein, müssen wir sagen. Denn er kann dann im Gegentheile ungestört, ohne jeden von außen her kommenden Antrieb zur Aktion zu fürchten, in seiner Passivität verharren. Und ist dann ferner der Fanatismus für immer aus der Welt geschafft? Wiederum nein! Denn der Jndifferentismus ist ja die Quelle, aus der sich der Fanatismus mit der Zeit ström-

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