Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge, erster Jahrgang 5626 (1865-1866) (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 271)
- Language
- German
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201 selbe in Folge der Zeit zu denjenigen annehmen müsse, die gleichsam als seine moralischen Erzeuger anzusehen sind. Doch hat sich auch hierin Manches anders herausgebildet, als eine theoretische Deduction erwarten läßt, und darum möchten wir uns darüber eines Näheren aussprechen. VI. Der Misnaged. „He things too much And such men are dangerous“. Kann man einen usurpatorischen Tyrannen, der auf den schwachen Füßen einer augenblicklichen Volksverblendung steht, treffender und prägnanter charakterisiren, als mit den uns zum Motto dieses Eapitels dienenden Worten, welche der größte Dramatiker dem Cäsar in den Mund legt? „Er (Cassius), sagt Cäsar, beunruhigt mich; er denkt zu viel und solche Leute sind gefährlich". . Ja das Denken ist's, was den Tyrannen beunruhigt, denn er weiß, daß wenn einmal so ein Blitzen der Gedanken in das Volk hineinfährt und die starre Masse aus der Gedankenlosigkeit aufrüttelt, seine despotische Macht zusammenstürzt. Einen Usurpator und einen Tyrannen im strengsten Sinne des Wortes kann man die den Verstand verdrängende und beherrschende Phantasie nennen, die kein Mittel scheut, wo es gilt, das ihre Herrschaft Gefährdende zu entfernen, und die ihren Unterthan zum blinden Werkzeug macht. Die Einbildungskraft (man verzeihe uns diesen kleinen Ausflug in das psychologische Gebiet) bringt zwer Reiche unter ihr Seepier. Zuerst ist es das Reich des Gefühls, das sie> wenn sie auf keinen starken Gegner trifft, gefangen nimmt. Hat sie hier festen Fuß gefaßt, so darf ihr von außen her